Link verschicken   Drucken
 

2. Förderschultag des Landes Brandenburg in Templin- Großes Interesse an Zukunft

Mehr als 300 Vertreter aus Allgemeinen Förderschulen des Landes Brandenburg diskutierten am Sonnabend während des 2. Förderschultages in Templin über neue Unterrichts-, Förder- und Diagnostikkonzepte sowie über die Zukunft der Allgemeinen Förderschulen im Land. Landrat Joachim Benthin, Schirmherr der Veranstaltung, informierte, dass in der Uckermark 1116 Schüler in Allgemeinen Förderschulen unterrichtet werden. Sieben davon würden sich in Trägerschaft des Landkreises befinden und eine in freier Trägerschaft. Benthin unterstrich, dass sich die Strukturen der Förderschulen auch im Landkreis verändern werde. Die Aufnahme von Schülern der unteren Jahrgänge in Allgemeinen Förderschulen verringere sich erheblich. Der Grund sei die zunehmende Integration in die Grundschulen. Deshalb, so der Landrat, müsse eine Allgemeine Förderschule im Kreis Uckermark in den nächsten Jahren geschlossen werden.


Bildungsminister zu Gast

Am Sonnabendnachmittag war Bildungsminister Steffen Reiche zu Gast in Templin. Es entwickelte sich ein reger Meinungsaustausch zwischen dem SPD- Politiker und den Lehrern und Erziehern aus den Allgemeinen Förderschulen. Steffen Reiche nutzte die Gelegenheit, um sich detailliert über die Tätigkeit in den Förderschulen zu informieren. Er besuchte verschiedene Workshops. Während des Abschlusssymposiums sagte er, er sei überrascht über die Leistungen, die in einer Förderschule tägliche Arbeit sind. Insbesondere bedankte er sich bei den Templiner Kollegen für die hervorragende Organisation und Durchführung des 2. Förderschultages. Schulleiter Wolf- Dieter Hertrich informierte, es habe ein unerwartetes hohes Interesse für die Veranstaltung gegeben. Da man nur etwa 300 Personen unterbringen konnte, mussten viele Absagen erteilt werden. Templin war eine jener Schulen aus dem ganzen Land, die an einem zweijährigen Projekt unter dem Thema "Allgemeine Förderschulen auf dem Weg" teilgenommen haben. In den verschiedenen Workshops waren die Ergebnisse präsentiert worden. Viel Beifall erhielten Jugendliche aus der Allgemeinen Förderschule Templin, die Ausschnitte aus der Theaterarbeit zeigten. Die Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Landkreis und dem Pädagogischen Landesinstitut.

 

Förderschulen auf dem Weg

Mit weiter gefasster Zielstellung an Reformprojekt des Landes beteiligt

"Ich hatte noch nie eine erste Klasse, in der die Kinder so selbstständig gearbeitet haben", urteilt Ruth Mehlberg. Diese Erfahrung sammelt sie seit einiger Zeit durch den Einsatz von Montessori-Lernmaterial. Sogenannte Freiarbeit ist für ihre Erstklässler an der Allgemeinen Förderschule meist in den Morgenstunden angesagt. Die Kinder sind lernend tätig, können vieles, was sonst eher in abstrakter Form vermittelt wird, im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Buchstaben werden im Sand nachgezeichnet, Zahlenmengen durch das Zuordnen von Perlen vorstellbar. "Dieses praktische Handeln ist gerade für unsere Schüler eine sehr günstige Form des Lernens", findet Ruth Mehlberg , die sich mit einer weiteren Kollegin das dafür nötige ,,Know how" in einem einjährigen Kursus holte. Viele genutzten Materialien wurden selbst gefertigt. Ähnliche bzw. weitere Angebote finden sich in der Lernwerkstatt , an der Schule auch ,,Schatzkiste" genannt. Dort können Klassen immer dienstags fündig werden.

 

Mit diesen und anderen Angeboten befindet sich die Allgemeine Förderschule Templin schon seit längerem auf einem Weg im Sinne von Qualitätsentwicklung und -sicherung. Dazu gehören Veränderungen der Arbeit in den Jahrgangsstufen 9 und 10, freie, an der Pädagogik Maria Montessoris orientierte Arbeit, Projekte sowie andere Formen des offenen Unterrichts. Und so beteiligt sich auch Templin neben neun weiteren Förderschulen in Brandenburg für die Dauer von zwei Jahren an dem Reformprojekt ,,Allgemeine Förderschule sind auf dem Weg" . Schulleiter Wolf-Dieter Hertrich würde das Ziel für seine Einrichtung gern weiter gefaßt sehen . Über das Ausprobieren neuer Lernformen sollte der Reformansatz hinausreichen, meint er und wünscht sich, daß der Weg, den seine Schule jetzt beschreitet ,irgendwann in ein Förderzentrum mündet.